Dialog & Partizipation
Nachhaltiger Tourismus lässt sich nur im Einklang mit den Interessen der lokalen Bevölkerung, den Leistungspartner und anderen Akteuren vor Ort entwickeln. Denn Tourismus verändert Gesellschaften und Lebensräume und beeinflusst zum Beispiel soziale Dynamiken, Infrastruktur und Preise. Deshalb suchen wir regelmäßig den Austausch mit den Menschen und unseren Partnern in den Reisezielen, hören ihnen zu und entwickeln bei Dialogforen, Nachhaltigkeitsworkshops und in sog. Impact Assessments gemeinsam Lösungen.
Dialogforen
Bei Dialogforen diskutieren wir gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden, Behörden, Hotels, Naturschutzorganisationen, Reiseleitenden und weiteren lokalen Akteuren über aktuelle Herausforderungen und erarbeiten konkrete Maßnahmen.
Nachhaltigkeitsworkshops in Usbekistan und Kirgisistan
Im Frühjahr 2026 wurde in Usbekistan und Kirgisistan Nachhaltigkeitsworkshops mit Partnern aus dem Tourismus durch. Ziel war es, aktuelle Nachhaltigkeitsherausforderungen zu identifizieren und konkrete Maßnahmen für eine verantwortungsvolle Weiterentwicklung des Tourismus zu erarbeiten.
In Usbekistan stand ein Nachhaltigkeitsworkshop mit Agenturen, Hotels und Transport-Partnern auf der Agenda. Zusammen wurden praxisnahe Maßnahmen jeweils für Hotels, Agenturen und Transportunternehmen definiert. Dazu zählen zum Beispiel Wasserspar-Möglichkeiten im Hotelmanagement und der Einkauf lokaler Produkte mit weniger Verpackung.

In Kirgistan haben wir einen Nachhaltigkeitsworkshop mit einem örtlichen Agenturpartner durchgeführt. Gemeinsam wurde ein Management-Tool und strategisches Leitbild erarbeitet, nach dem die Agentur künftig ihre Arbeit ausrichten wird. Darin sind verschiedene Nachhaltigkeitsgrundsätze festgehalten, wie zum Beispiel die Stärkung der lokalen Wertschöpfung, der Einsatz für Menschenrechte und Umweltschutz sowie die Schaffung von Begegnungen mit Einheimischen auf Augenhöhe während unserer Reisen in Kirgistan. Im Fokus des Tools steht der direkte Mehrwert für die Menschen vor Ort, was gleichzeitig die Akzeptanz für den Tourismus nachhaltig stärkt.
Impact Assessments
Neben Dialogforen und Nachhaltigkeitsworkshops wird bei einem Nachhaltigkeitsengagement auf sog. Impact Assessments gesetzt. Dabei geht es untern anderem darum, vorab wirtschaftliche, ökologische und soziale Auswirkungen unserer Reisen abzuschätzen. So wurden vor der Wiederaufnahme von Reisen nach Saudi-Arabien bei einem Impact Assessment 2024 die geplanten Reiserouten vor Ort genau unter die Lupe genommen und Gespräche mit mehr als 100 Leistungspartnern und lokalen Stakeholder geführt. Weitere Impact Assessments fanden in Südafrika mit dem Roundtable Human Rights in Tourism statt sowie 2026 in Marokko.
Impact Assessment in Marokko

Im Sommer 2026 führte Studiosus gemeinsam mit der Studiosus-Tochter Hauser Exkursionen und Marco Polo Reisen ein Impact Assessment entlang der touristischen Wertschöpfungskette in Marokko durch. Einen Schwerpunkt bildet die Frage, wie sich die Reisen auf Menschen, Umwelt und lokale Strukturen auswirken. Dazu wurden unterschiedliche Perspektiven vor Ort einbezogen, mögliche Risiken und Handlungsfelder betrachtet und Ansatzpunkte für die weitere Zusammenarbeit mit den Partnern identifiziert.
Dazu hat ein Projektteam von Studiosus und Hauser Exkursionen insgesamt 33 Interviews mit Hotels, Transportunternehmen, Agenturen und Menschen vor Ort zu allen relevanten Nachhaltigkeitsthemen geführt. Im Mittelpunkt standen Themen wie Arbeitsbedingungen, Kinderschutz, lokale Wertschöpfung und der verantwortungsvolle Umgang mit Wasserressourcen. Ziel war heraufzufinden, wie konkrete Verbesserungen erreicht werden können.